Geokultur

Stell dir vor, Du gehst durch Berlin und die Bäume, die Häuser, die Straßen, die Parks beginnen Dir Ihre Geschichte zu erzählen – und nicht nur das – sie erzählen Dir auch etwas über Dich selbst.

Des Öfteren stellt sich uns die Frage, was das ganz Besondere und Spezielle eines Ortes ausmacht, warum gerade wir an einem ganz bestimmten Ort wohnen oder uns zu einem ganz bestimmten Ort hingezogen fühlen, (zu anderen Plätzen wiederum gar nicht). Dabei beschleicht uns das Gefühl, dass dies alles kein Zufall sein kann und etwas mit uns selbst zu tun haben könnte. Wir verspüren dann den Wunsch, unserem Lebensumfeld, Wohnort oder unserer Stadt auf einer umfassenderen Ebene zu begegnen, die über die rein materiellen und fassbaren Sinneseindrücke hinausgeht.

mandalaMit Hilfe der Geomantie können subtile Einflüsse und die ganz besondere Qualität eines Ortes, welche ein Resultat verschiedener historischer, sozialer und morphologischer Schichten darstellen, auf vielschichtige Art und Weise erfahrbar werden. Die emotionale Verbindung zwischen Subjekt und Objekt ist dabei  – anders als bei den herkömmlichen Wissenschaften – durchaus erwünscht. Durch diese „Liebesbeziehung“ erwächst das Bewusstsein, dass wir eine Teil der Erde und des großen Ganzen sind, die Erde als ein spirituelles Wesen erkennen, dem wir partnerschaftlich begegnen. Dadurch können wir auch die gegenwärtigen Entwicklungen und Wandlungsphasen der Erde und in uns umfassender verstehen lernen.

Ganzheitliche Erfahrungswissenschaft
Die moderne Geomantie ist eine ganzheitliche Erfahrungswissenschaft. Es geht dabei darum, die ursprünglich enge Beziehung zwischen Erde und Mensch wieder zu erwecken. Damit stellt die Geomantie eine Erweiterung verwandter Wissenschaften dar, die sich mit der Erde, der Natur und dem Stadt- und Landschaftsraum beschäftigen, wie z.B. die Geographie, die Stadt- und Landschaftsplanung, denn die moderne Geomantie bezieht die spirituelle Dimension und die Mehrdimensionalität der Wirklichkeit mit ein.

Ganz besonders spannend ist die Erforschung unseres persönlichen Lebensraums. Innerhalb der Stadtlandschaft Berlins sind unterschiedlichste historische Schichten miteinander verwoben und verzahnt, die alle einen Bestandteil unseres eigenen kollektiven Gedächtnisses bilden. Darunter liegt der ursprüngliche Landschaftsraum. Den zu entdecken, kann besonders innerhalb des städtischen Gefüges eine sehr lohnende Erfahrung sein.

In Berlin ist es beispielsweise möglich, mit dem Archetypus des Berliner Bären / der Bärin in Kontakt zu kommen. Diese Kraft zeigt sich in ganz unterschiedlichen Facetten. Sie kann jungfräulich weich, liebevoll-mütterlich und nährend sein oder auch uns herausfordernd, dass wir mutig die Qualität der Wandlung integrieren. Die Bärin ist über ihre Höhle mit den irdischen Kräften der Landschaft verbunden und über das Sternzeichen „Der Großen Bärin“ mit kosmischen Kräften.

Dialog mit der Landschaft
Um einen Ort jenseits unserer alltäglichen Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten zu erforschen und um in einen inneren Dialog mit der Landschaft zu kommen, können ganz spezifische Bewegungs-, Atem- und Meditationstechniken als eine Art Werkzeug eingesetzt werden. Auf diese Art und Weise finden wir uns langsam in die Mehrdimensionalität der Wirklichkeit ein. Es entsteht ein tieferes Verständnis dafür, dass der Ort, in dem wir leben uns selbst widerspiegelt, um uns dadurch auch einen Teil von uns selbst kenntlich zu machen.kontakt Wenn wir dafür offen sind, können dies so ganz tief verborgene Schichten unserer Seele zeigen. Interessant ist auch, dass sich die Orte energetisch wandeln, sie wandeln sich entsprechend des Zeitgeschehens, wie auch wir uns wandeln.

Erwähnenswert dazu ist, dass jeder Mensch seine ganz ureigenen subjektiv; wertvollen Erfahrungen und Wahrnehmungen bei dieser Art der geomantischen Arbeit machen kann. Durch den Austausch innerhalb der Gruppe ergibt sich daraus ein vollständiges Mosaik des jeweiligen Phänomens und ein ganzheitliches Verstehen wird initiiert. Durch einen weiteren kreativen Austausch zwischen der Landschaft und den Menschen innerhalb der Gruppe, kann ein besonders nachhaltiger Wandlungsprozess der inneren und äußeren Welt initiiert werden. Ein Gespräch mit der Landschaft beginnt, dessen Qualität uns alle innerlich tief berühren kann.

Anliegen
Wir sind Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen und spirituellen Zusammenhängen und Weltanschauungen. Die Berliner Geomantiegruppe wurde maßgeblich geprägt von den Lehren Marko Pogacniks, der die Geomantie in Europa auf eine zeitgemäße Art und Weise wieder belebt hat und dies auch immer noch tut.

So unterschiedlich oft die Zusammensetzung der Teilnehmer von Geomantie-Berlin ist, so unterschiedlich sind auch deren Anliegen dort mitzuwirken.

Hier eine kleine Auswahl was uns und den Teilnehmenden wichtig ist:

  • sich mit der Erde zu verbinden, eine tiefe und liebevolle Beziehung mit der Erde einzugehen
  • der Erde in Dankbarkeit begegnen und ihr zu dienen
  • die Landschaft auf einer tieferen Ebene kennen zu lernen
  • uns darüber klar zu werden, dass wir ein Teil der Erde sind; dass alles was wir der Erde antun, tun wir letztendlich auch uns selbst an
  • nicht nur mit der Erde in Verbindung zu treten, sondern dem gesamten kosmischen Gefüge in welches unsere Erde eingebettet ist
  • mehr in Kontakt mit der weiblichen göttlichen Polarität zu kommen
  • sich mit den kollektiven Auswirkungen der Geschichte auseinander zu setzen und diese in sich selbst zu heilen.
  • generell Heilung, Selbstheilung, Selbsterfahrung
  • ein Zeichen zu geben, dass wir die elementare und geistige Welt in ihrem Tun unterstützen
  • in Zeiten materielle Ausbeutung der Natur, in denen es meistens um optimale Profitmaximierung geht, ein Zeichen zu setzen, dass wir uns davon abgrenzen und stattdessen mit den göttlichen und höheren Wesenheiten und Prinzipien zusammenarbeiten wollen
  • die derzeitigen Wandlungsprozesse besser zu verstehen
  • unseren Lebensraum, unser Lebensumfeld, die Stadt Berlin auf einer tieferen Ebene kennen zu lernen
  • etwas über die Geschichte und Stadtnatur von Berlin und der Umgebung von Berlin zu erfahren
  • mit einfachsten Mitteln mit anderen Menschen etwas zusammen zu tun, etwas für die Umwelt tun
  • mit anderen Menschen zusammen kreativ werden
  • die Außenwelt nicht ohne Betrachtung der Innenwelt zu sehen
  • letztendlich Spaß und Freude daran zu haben was wir tun.

www.sein.de/archiv/2009/oktober-2009

 

Ein Gedanke zu „Geokultur

  1. elke-mey andresen

    Liebe Gleichdenkende
    Danke für einen wunderschönen Artikel, der mir sehr viel Freude gemacht hat.
    Ich bin seit 35 Jahren Heilerin, und habe ein tiefes Verständnis für Natur und die Wesen in ihr.
    Alles alles Gute und den Segen des Göttlichen wünsche ich Euch.

    Elke-Mey Andresen

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